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Katzen – ganz besondere Hausgenossen

Das Verhältnis von Mensch und Katze ist vielgestaltig. Und jedes Zeitalter hat ihre eigene Weise, dieses besondere Verhältnis auszudrücken. In frühen Epochen wurde sie als furchteinflößendes oder göttliches Wesen angesehen, während sie heutzutage eher als Schmusetier für uns da ist.

Erfahren Sie mehr über Katzen-Mythen, über die Rolle der Katze in der Kunstgeschichte, aber auch über die neuesten Trends, wie Wellness für Katzen oder die neue Sportart „Cat Agility“.

Katzen - Wellness

Auch für Katzen ein Thema

Auch für Katzen ein Thema

Was benötigt eine Katze, damit es ihr gut geht? Nur wenig mehr als ein warmes Plätzchen und gesundes Futter? Ein paar Streicheleinheiten zwischendurch? Und doch geht es der Katze genauso wie Ihren menschlichen Mitbewohnern: Auch sie lässt sich gerne mal so richtig verwöhnen, Wellness für Katzen eben, wie man heute so sagt.

 


Wellness-Trend für Katzen

Am Wellness-Trend führt kein Weg mehr vorbei! Selbst Vierbeiner lassen sich auf gesunde Weise verwöhnen. Für einen anspruchsvollen Patienten wie Garfield sind Massagen und Bäder allerdings nicht genug, er legt Wert auf Fellpflege und Extra-Streicheleinheiten.

Denn Garfield ist ein Perserkater und zu Gast im neuen Lünener Katzenhaus. Auf 155 Quadratmetern und zwei Etagen halten dort bald bis zu 45 Katzen Hof. Und erfreuen sich besonderer Aufmerksamkeit: «Wir sprechen und spielen viel mit den Tieren», sagt Bettina Kersebohm, Besitzerin der gleichnamigen Tierpension in Lünen. Vor zehn Jahren hat Kersebohm die Tierpension auf einem alten Bauernhof in Lünen eröffnet. Nebenan betreibt Ehemann Burkhard Kersebohm eine Tierarztpraxis. Aufgenommen werden in der Pension nicht nur Katzen, sondern auch Hunde, Vögel und Meerschweinchen. Sogar ein «Hasen-Hotel» mit eigenem Außengehege sei geplant, kündigt die 42-Jährige an. Vor allem während des Urlaubs, Geschäftsreisen oder Krankenhausaufenthalten von Frauchen oder Herrchen sei die Tierpension eine beliebte Anlaufstelle. Hauptattraktion aber ist das nach tierpsychologischen Erkenntnissen eingerichtete «Katzenhaus» - ursprünglich ein Hühnerstall.

«Die Kunst ist, Katzen nach Persönlichkeit und Charakter passend zusammen wohnen zu lassen», erklärt die 42-Jährige. «Wir geben uns Mühe, die Katzensprache richtig zu verstehen.» Vor allem aber bietet das Katzenhaus seinen Bewohnern Luxus pur: «Luna» oder «Samtpfote» heissen die einzelnen Suiten, in denen die Tiere in Gruppen oder auch einzeln untergebracht werden. Unaufhörlich dringt leise Musik aus den Lautsprechern in den Zimmern. Aber «wir stellen immer die Sender ein, die wir selber mögen», sagt Kersebohm. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse über den musikalischen Geschmack von Katzen gebe es noch nicht. Ausserdem laden Kletter- und Kratzbäume, Körbchen, Decken, alte Stühle und Kartons die Stubentiger in den Urlaub auf dem Bauernhof ein. Teppiche liegen auf dem Boden. Sogar im eigenen Wintergarten können die Vierbeiner lustwandeln. Wichtig seien die Kartons: In die mit Stroh und Wolldecken ausgelegten Kisten ziehen sich die Tiere gerne zurück, weiß die 42-Jährige. «Katzen brauchen viele Schlupfwinkel, um Stress nach dem Ortswechsel abbauen zu können. Es muss auch gar nicht so aufgeräumt sein.»

Die Schweizer Zoologin und Ethologin Rosemarie Schär bestätigt, «mit großzügigen Räumen, einer katzengerechten Möblierung und ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten können viele Stresssymptome vermieden werden». Damit Katzen sich wohl fühlten, müssten Menschen einen katzentypischen Lebensraum garantieren: «Hier gibt es noch viel Aufklärungsbedarf», sagt die Expertin. Natürlich werden die Tiere nicht zum Wellness-Programm gezwungen. «Wellness ist für die Katzen, die das mögen», sagt Kersebohm. Doch gelegentlich gehe das Angebot sogar über ein reines Wohlfühlen hinaus: «Es gibt Leute, die ihre Tiere zum Abspecken herbringen. Die Schwergewichte bekommen ein intensives Spiel- und Fitnessprogramm, damit sie in Aktion geraten.» Doch auch für die gemütlicheren Stubentiger, die das bunte Treiben der anderen beobachten wollen, ist gesorgt. Die Fenster in den oberen Räumen des Katzenhauses beginnen direkt über dem Boden: «Die Tiere legen sich gerne davor, die lieben das», sagt die 42-Jährige.
(dpa)