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Katzen & Kunst

Katzen – ganz besondere Hausgenossen

Das Verhältnis von Mensch und Katze ist vielgestaltig. Und jedes Zeitalter hat ihre eigene Weise, dieses besondere Verhältnis auszudrücken. In frühen Epochen wurde sie als furchteinflößendes oder göttliches Wesen angesehen, während sie heutzutage eher als Schmusetier für uns da ist.

Erfahren Sie mehr über Katzen-Mythen, über die Rolle der Katze in der Kunstgeschichte, aber auch über die neuesten Trends, wie Wellness für Katzen oder die neue Sportart „Cat Agility“.

Katzen & Kunst

Inspirationsquelle Katze

Inspirationsquelle Katze

Kunstgeschiche & Musik

Künstler waren schon immer fasziniert vom Wesen der Katze. Von ihren anmutigen Bewegungen, den geheimnisvollen Blicken, aber auch ihrer Sanftheit und Wildheit zwischen Schnurren und Fauchen. Deshalb haben Künstler zu allen Zeiten diese geheimnisvolle Wesen gemalt, besungen oder in Gedichten und Geschichten beschrieben. Vielleicht lassen Sie sich einfach selber von der Muse „Katze“ inspirieren…


Grazie der Katzen als Muse großer Musiker

Schon von je her waren Katzen die Musen der großen Musiker. Es war nicht unbedingt das große musikalische "Talent" unserer kleinen Fellfreunde, das die Komponisten inspirierte, sondern ihre Haltung und vor allem ihre Grazie.

Tschaikowski komponierte beispielsweise herrliche Balletts, wie « Der gestiefelte Kater » und « Die weisse Katze », in denen Choreographie und Musik in perfekter Harmonie waren. Ein anderes Beispiel ist das berühmte "Katzenduett" von Rossini, das den Opernsängern äußerstes Talent in allerhöchsten Tönen abverlangte. Nicht zu vergessen die "Fuge für Katzen" von Liszt und Scarlatti oder der Katzenwalzer von Chopin. Im Laufe der Jahrhunderte standen die Katzen immer im Mittelpunkt der musikalischen Schöpfung.

So imitiert das Jazzstück von Zey Confrey "Kitten on the Keys" den Wettlauf eines Kätzchens auf den Klaviertasten. Und dies hat sich bis heute fortgesetzt, denn das Musical Cats ist der beste Beweis dafür, dass die Katze Musiker aus aller Welt inspiriert. Eine Frage bleibt jedoch unbeantwortet : Lieben Katzen die Musik der Menschen?

Katzen in der Kunstgeschichte

Immer schon hat die Katze ihren Weg in die bildende Kunst, in die Malerei und Bildhauerei gefunden - auch wo sie nicht als göttliches Wesen verehrt oder gefürchtet wurde.

Einen regelrechten Boom erlebt die Darstellung der Katze seit dem Ende des 18ten Jahrhunderts. Nun wird die Katze zum Repräsentanten jener unberührten, ungebändigten Natur, die der Mensch in der zunehmend industriell geprägten Gesellschaft mehr und mehr vermisst. Mit der Aufklärung wird sie Sympathieträger einer städtisch geprägten Bürgerlichkeit, die sich der Natur entfremdet hat. Unauffällig vermag die Katze sich unter die Menschen zu mischen, bewahrt ihre Unabhängigkeit, natürliche Anmut und Anschmiegsamkeit. So wird die Katze auch zum Spiegelbild menschlicher Sehnsüchte, in dem sich scheinbar ganz natürlich Vernunft und Wille mit erotischem Trieb vereinen können. Die Romantik entdeckt in der Katze wieder das Geheimnisvolle, ja Magisch-Dämonische der Natur, das den Menschen seit jeher fasziniert hat.

Die innige Verbindung von Mensch und Katze zeigt sich zum Beispiel bei Pierre Auguste Renoir, einem der bekanntesten Vertreter des französischen Impressionismus. Renoir wählte mehrmals die Katze als Modell, meist zusammen mit einer jungen Frau. So auch auf dem Ölgemälde „Junge Frau mit Katze“, entstanden zwischen 1880 und 1882, das sich heute in einer privaten Sammlung in New York befindet.

Das Fell der Katze ist dreifarbig und erinnert an einen Schildkrötenpanzer. Mit einer besonderen Technik hat Renoir die Ölfarbe für das Fell besonders dick aufgetragen und so einen Kontrast zur glatten und zarten Haut des Mädchens geschaffen. Die Katze ist im Begriff, auf einen Blumentopf zu steigen um näher an die beiden Pflanzen zu gelangen. Mit diesem Motiv zeigt Renoir eine der besonderen Eigenschaften der Samtpfoten: Egal, wie oft man versuchen wird, sie von Blumen und Pflanzen fernzuhalten, sie werden immer wieder unaufhaltsam von ihnen angezogen und letztendlich ihr Ziel erreichen – mit Entschlossenheit, Willenskraft und vor allem Eigensinn.

RenoirWeitere berühmte Gemälde Renoirs mit der Katze-Frau-Thematik sind „Frau mit Katze“ und „Portrait der Mademoiselle Julie Manet mit Katze“. Beeindruckende Darstellungen finden sich zum Beispiel auch bei anderen Impressionisten wie Pierre Bonnard, Félix Vallotton oder Max Slevogt und Lovis Corinth. Auch im Werk der Expressionisten spielt die Katze eine besondere Rolle, wie zum Beispiel bei Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc und Max Pechstein.

Neue Sichtweisen finden ihren Ausdruck in einzigartigen Darstellungen der Katze seit dem 20. Jahrhundert bis heute, so beispielsweise bei Jankel Adler oder bei Max Beckmann, bei Heinrich Campendonk, Hanns Ludwig Katz und dem Werk Paul Klees. Paul Klee zum Beispiel schrieb den Tieren Briefe, widmete ihnen Gedichte und Bilder. Doch weil die Samtpfoten relativ selten auf der Leinwand auf den großen und bekannten Bildern auftauchen, sondern häufiger auf Skizzen, blieb diese Leidenschaft lange Zeit verborgen.

Die Italienerin Marina Alberghini beleuchtet in ihrem Buch „Il gatto cosmico di Paul Klee“ (Die kosmische Katze Paul Klees) sowohl die Bedeutung der Katze im Leben des Privatmenschen, als auch ihre Funktion als Motiv für den Künstler.

KleeKlee wollte in seiner Kunst den Gegenstand nicht nur in seiner äußeren Erscheinung, sondern auch in seinem inneren Wesen erfassen. So schuf der Maler eine traumhafte, teilweise skurrile Bilderwelt. Das Werk „Katze und Vogel“ von 1928 (Museum of Modern Art, New York) reflektiert diesen Ansatz. Es zeigt ein Katzengesicht mit einem kleinen Vogel auf der Stirn – damit wollte Klee den Traum von fetter Beute für den Zuschauer sichtbar machen. Der Betrachter des Bildes kann also gewissermaßen in den Kopf der Katze sehen und den Vogel erkennen, von dem sie träumt.

Auch auf dem letzten Bild des Künstlers (ohne Titel) ist eine katzenhafte Gestalt zu sehen, und zwar eine Art weißer Engel mit Katzenohren, der lächelt. Hier hat der Maler wohl seine Katze Bimbo verewigt, die ihn in seinen letzten Jahren begleitete und von ihm ein wenig als „Todesengel“ angesehen wurde – ein Türwächter, der ihn bis ans Ende seines irdischen Lebens begleitete.

Stellvertretend für die zeitgenössischen Kunst sei an die eindrucksvollen Arbeiten etwa von Georg Baselitz, Martin Kippenberger oder auch Les Levine erinnert.

Wie lebendig das Katzen-Thema außerdem im Comic geblieben ist, zeigen Beispiele von Wilhelm Busch un der „Katz und Maus“- Bildfolge bis hin zu Jim Davis‘ „Garfield.