Gewitter, Feuerwerk und anderer Krach

Laute Musik ist für Stubentiger ein Ärgernis, Donner und Blitz eine Qual - und das Knallen von Feuerwerk eine akustische Folter. Das Geknalle und Geknatter geht ihr schlichtweg auf die Nerven - und mehr als das: Es treibt sie fast zum Wahnsinn. Von der Natur mit einem überempfindlichen Hörsinn ausgestattet, leidet sie unter lauten Geräuschen mindestens so sehr wie ein migränekranker Mensch.
Katzen können Töne im Bereich von mehr als 10 Oktaven oder bis zu 60 Kilohertz hören (Mensch: 20 Khz); außerdem sind sie dank ihrer Sinneshaare, den «Vibrissen» - Tasthaare im Gesicht und an den Pfoten, die wie ein Radarsystem funktionieren - imstande, nicht nur feinste Vibrationen, Bodenerschütterungen und den Luftdruck wahrzunehmen, sondern auch kilometerweit entfernte Explosionen oder Gewitter zu spüren, manchmal Tage im voraus.
Zwar haben die sensiblen Tiere die Fähigkeit, uninteressante Geräusche zu «überhören», indem sie aus verschiedenen Tönen einen einzigen herausfiltern und genau lokalisieren (beispielsweise das Fiepen einer Maus in 20 Meter Entfernung). Sie überstehen durchaus auch mal einen Abend mit lauter Rockmusik. Aber was zuviel ist, ist zuviel: Wenn bei einem Feuerwerk überwältigender noch als bei Donner und Blitz, ein stundenlanges Lärmgewitter losbricht brennen ihnen alle Sicherungen durch. Die Instinkte der Katze sagen ihr: versteck dich, mach dich unsichtbar, sonst wirst du nicht überleben.
Deshalb: lassen Sie ihre Katze in Ruhe, wenn sie sich verschüchtert unter dem Sofa verkriecht - sie will sich in solchen Momenten weder streicheln lassen noch auf beruhigende Laute «ihres» Menschen hören. Ihre Furcht ist einfach stärker. Etwas zuliebe tun können Sie ihr allenfalls, indem Sie einen verdunkelten Rückzugsraum mit geschlossenen Fenstern und Türen schaffen, ihr notfalls ein Versteck bauen oder ihr auch ausnahmsweise erlauben, unter Ihre Bettdecke zu kriechen.
Zum Glück haben Katzen ein kurzes Gedächtnis, was Lärmemissionen betrifft: Kaum ist der nationale Horror vorüber, spazieren sie wieder lässig herbei, lassen sich füttern, umsorgen.